Barakuda, BRD |
Die BRD-Firma Barakuda
hat Kompaktregler von Dräger, Nemrod, Tauchtechnik, ... mit ihrem Label verkauft. Diese
Regler werden hier unter ihren Herstellern gezeigt.
Barakuda wurde schon 1949 gegründet (Hans-Joachim Bergann und Dr. Kurt Ristau) und hat
die Entwicklung des Sporttauchens in der BRD stark vorangetrieben (Technikvertrieb,
Gründung von Tauchclubs, Tauchreisen,...).
Von 1951 bis 62 hatte B. das exclusive Recht, Schwimmflossen nach dem Patent von Corlieu
herzustellen und zu vertreiben.
1965 brachte B. den beliebten und sehr robusten 1-Schlauchregler Baramat auf den Markt.
Der Schwerpunkt von B. verlagerte sich dann auf den Betrieb von Tauchbasen weltweit. Der
Technik-Vertrieb wurde in den Achtzigern eingestellt. Seit 1996 werden aber wieder
Produkte der Marke Barakuda hergestellt und vertrieben.
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Colombo, Ringli (Zürich / Schweiz) |
Über den sehr schönen Kompaktregler Colombo(matic) aus der
Schweiz habe ich nur sehr wenige Informationen. Nach Scubacollector wurde er von
der Fa. Ringli in Zürich hergestellt.
Äußerlich ähnelt er dem Royal Mistral von La Sprirotechnique. Das Mundstück ist noch
schlanker. Es ist ebenfalls ein einstufiger Regler mit einem sehr smarten und trotzdem
soliden Hebelwerk.
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CSSR, AV1/Chirana/Saturn |
In den technisch leistungsstärkeren RGW-Ländern
DDR, UdSSR, CSSR, VRP wurden in der 50er bis 80er Jahren Kompaktregler für den
militärischen, professionellen und sportlichen Bereich hergestellt. Eben wegen des auch
militärischen Einsatzes sind technische Informationen darüber schwer zu bekommen. Die
euphorische Gläubigkeit an die westliche Technik veranlasste außerdem nach der
politischen Wende um 1990 und damit dem
freien Zugang zum westlichen Markt die schnelle Vernichtung von historisch durchaus
interessanten technischen Entwicklungen und Ersatzteilen auch in diesem Bereich.
Informationen zu diesen CSSR-Reglern stehen mir also leider nicht zur Verfügung. Hier sind zumindest
Infos abrufbar.
Genauso wie in der DDR gab es in
der CSSR aber auch eine sehr aktive und pfiffige Eigenbauszene.
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Dacor, USA |
Die U.S.-Firma Dacor
wurde 1953 von Sam Davison gegründet, um Geräte für den neuen Sporttauchmarkt zu
produzieren, Schnorchel, Regler, später auch Tauchcomputer und Navigationsgeräte.
Da der U.S.-Markt bei Kompaktreglern durch das Mistral-Patent von Cousteau/Gagnan
beherrscht wurde (Lizenzproduktion bei U.S.D., Healthways, Voit, Swimmaster), entwickelte
man einen Doppel-Membran-Regler, um das Patent zu umgehen.
Aktuell gehört Dacor, die immer wieder innovative Entwicklungen brachten, zu Mares.
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Dräger, BRD |
Die Fa. Dräger
ist wohl der bekannteste deutsche Entwickler und Hersteller von Tauchtechnik. Bereits 1889
wurde von Dräger/Gerling ein Druckminderer konstruiert.
Ab 1907 lieferte Dräger Tauchretter für U-Boote und war so von einiger Bedeutung für
die Flotte des deutschen Kaisers im 1. Weltkrieg.
In den Folgejahren wurden auch schlauchunabhängige Helmtauchgeräte hergestellt.
Ab 1926 produzierte man ein O2-Kreislaufgerät. Dies war wohl auch der Schwerpunkt der
Produktion im 2. Weltkrieg.
In den 50er Jahren entwickelte Dräger neben professionellen und militärischen TG in
Kooperation mit Barakuda das erste Sporttauchgerät, das Delfin I, ein Kreislaufgerät.
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1954 brachte man dann das erste PTG mit dem Delfin II,
einem einstufigen Kompaktregler, der dann durch den PA 60 (siehe Bilder)
abgelöst wurde.
1962 kam dann der PA 61/II,
ein zweistufiger Regler, der Vorgänger des Duomat.
1968 erschien der bekannte Duomat, ein zweistufiger 2-Schlauch-Regler und
auch der letzte dieses Prinzips von Dräger. Danach brachte Dräger auch verschiedene
Einschlauchregler (z.B. Secor 200/300) und weitere Kreislaufgeräte auf den Markt. |
Espadon / Tarzan, Frankreich |
Die
französische Fa. Tarzan hat an sich keine große
Bedeutung für die Entwicklung von Zweischlauch-Reglern, wäre sie nicht in den 50ern von Georges
Beuchat für die Herstellung von Ausrüstungen für UW-Jäger gegründet
worden.
Um 1960 ergänzte Tarzan sein Programm durch die Lizenzproduktion des Mistral/Royal
Mistral unter der Bezeichnung Souplair. Der U.S. Filmgigant Metro Goldwin Mayers fand dann
aber die Verwendung des zugkräftigen Namens Tarzan durch Beuchat nicht so prickelnd.
So wurde daraus zunächst Espadon Tarzan (dt.
Schwertfisch) und später Beuchat.
Technisch sind die Regler von Espadon/Tarzan also mit denen von La Spirotechnique
identisch.
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Healthways, USA |
Healthways
war in den 50er Jahren in den USA zunächst Hersteller und Vertreiber allgemeiner
Sportartikel (Gründer und Präsident Richard (Dick) Klein). Um an dem Harpunetti-Boom
dieser Zeit teilzuhaben, bauten sie 1953 eine Abteilung für Tauchbedarf auf und
verkauften u.a. von 1954 bis 1957 den Regler DivAir der Fa. Arpin. Ab 1957 führte H. dann
den selbst entwickelten einstufigen Kompaktregler SCUBA ein.
Das Akronym SCUBA stammte aus dem 2. Weltkrieg, wo es Rettungstauchgeräte benannte
(Self Contained Underwater Breathing Apparatus). SCUBA
gefiel Mr. Klein, er erwarb es als Marke und H. verwendete es künftig in allen
Produktnamen. Es gab solche Regler wie SCUBA Star, Scubair usw..
Anfang der 60er Jahre erkrankte Klein und mit H. ging's bergab. 1963 war die Firma
bankrott.
Zwei Mitarbeiter, Richard (Dick) Bonin und Gus(tave) de la/Dalla Valle, die schon
vorher an einer Profi Line (Scubapro ®) gebastelt hatten, um den Ruf als Billigheimer,
der über allgemeine Handelsketten verkaufte, etwas aufzupeppen, erwarben die Marke und
Lagerbestände für einen symbolischen Preis.
Damit führten sie die Fa. Scubapro weiter, die schon 1962 als
Tochter von H. gegründet worden war. Und die sagt uns ja was.
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 Bewertung von Healthways SCUBAIR II und SCUBAIR Sonic '300' durch die NEDU |
| Heinke, Groß
Britannien |
Die Fa. Heinke war wohl
für England der gleiche Dinosaurier der Tauchtechnik wie Dräger in Deutschland. Sie
wurde schon im 19. Jahrhundert vom Sohn eines preussischen Einwanderers, Charles
Edwin Heinke (18181869), gegründet. Sein Vater hatte seit 1819 eine
Kupferschmiede in London, was sicherlich eine gute Voraussetzung für die Produktion von
Tauchhelmen war, denn Charles Heinke brachte 1844 die ersten seiner Helme auf den Markt.
Die Fa. hatte großen Anteil an der Weiterentwicklung der Technik. So verwendete
sie Messing statt des bisher eingesetzten weicheren Kupfers und runde gewölbte Fenster,
die ohne Schutzgitter auskamen und so eine bessere Sicht für den Taucher gestatteten.
Später entwickelten sie eine optimale Helmform, Pearler Style, die auch von anderen
Herstellern übernommen wurde.
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Hauptkonkurrent
von H. in England war damals schon die Fa. Siebe & Gorman, die
ebenfalls Technik für Helmtaucher entwickelte und u.a. ein Auslassventil erfand, das
schnellere Auf- und Abstiege ermöglichte.
H. produzierte bis 1961 Tauchhelme aber auch Ausrüstungen für Schwimmtaucher,
u.a. auch Kompaktregler. Die Regler waren für den professionellen Einsatz gemacht und
sehr solide und robust. Heinke war bei der Entwicklung von Zweischlauchreglern
offensichtlich auch innovativ. Z.B. war der Venturi Jet der erste Regler, in dem das
Venturi Prinzip in Perfektion realisiert wurde, um die Luftlieferleistung zu erhöhen.
Die Fa. Heinke & Co Ltd London wurde schließlich 1961 von Siebe
& Gorman übernommen. |
| Loosco, Niederlande |
Die Amsterdamer Firma hat um
1960 diese Regler produziert und sich offensichtlich auch sonst mit dem
Tauchen beschäftigt (Herausgabe eigener Deko-Tabellen).
Später wurde die Firma in Hoekloos NV (dt: ohne Ecken ;-) umbenannt, was
ja gut zu der Ei-Form der Regler passt. Die scheint jetzt zu dem bekannten Gasdistributor
Li..e zu gehören (und produziert keine Regler mehr).
Heute gibt es auch noch eine Firma Loosco, die im Bereich der Medizintechnik
tätig ist. Ich weiß aber nicht, ob da ein Zusammenhang ist.
(Dank für einen Teil der Bilder an Kees de Ronde)

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| Mares, Italien |
Tja, auch Mares ... hat mal Kompaktregler gemacht.
Die Firma Mares Sub wurde 1949 von Ludwig Mares, einem
Österreicher, in Rapallo/Italien für den Bedarf von UW-Jägern gegründet. Sie
produzierte darum zunächst hauptsächlich ABC-Ausrüstungen. Der Air King (siehe Bild)
war dann 1962 ihr erster Regler. Es gab auch noch einen Major Airking und einen B60, bevor
die Einschlauchregler das Feld eroberten.
Irgendwie wurde Mares u.a. mit Voit zusammengeworfen und deren Knowhow ging in die
weitere Reglerproduktion ein.
Von den Mares-Kompaktreglern hat es wohl nicht allzuviele gegeben, sie sind heute
extrem selten (selbst Bilder). |
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MEDI / MLW, DDR |
Tauchtechnik wurde in der 1949 aus der
sowjetischen Besatzungszone gegründeten DDR (Deutsche Demokratische Republik) in Leipzig
in der Firma MEDI bzw. später MLW hergestellt.
Dafür gab es dort allerdings keine direkten Traditionen. Aber der dominierende
Hersteller von Tauchgerätschaften in Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg war nun mal
Dräger in Kiel gewesen. Und diese Firma war jetzt in der BRD (Bundesrepublik
Deutschland), die 1949 aus den Zonen der westlichen Besatzungsmächte gebildet worden und
aufeinmal ein anderer Staat war. Die DDR bemühte sich, mal mehr, mal weniger, von der
westdeutschen Wirtschaft unabhängig zu werden und wollte/musste weitgehend ohne Importe
aus dem Westen auskommen . Dies geschah einerseits aus
ökonomischen Gründen, man hatte nicht genug ''harte Devisen'' für den Kauf.
Andererseits hatte diese Technik eine gewisse militärische Bedeutung und unterlag damit
dem im Kalten Krieg von den Westmächten verordneten Lieferembargo.
weiter |
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| Nemrod, Spanien / Seamless,
USA |
Ein Jahr vor dem spanischen Bürgerkrieg, also 1935, wurde die Firma in
Gerona bei Barcelona, an der Costa Brava, zur Herstellung von Spielzeug gegründet. Als
1941 die Brüder Vilarubbis dort eintraten, kamen Tauchmasken, Schnorchel und Harpunen
dazu, später auch Flossen. 1945 meldete man Nemrod als Marke an. Nemrod,
der Großenkel Noahs, und ein großer Jäger, war wohl als gutes Omen für die
Unterwasser-Jäger gedacht.
1945 begann man mit dem Bau von Lungenautomaten, nicht nach dem Patent von Cousteau, der
Nemrod aber trotzdem verklagte, jedoch verlor.
Nemrod wuchs und sicherte sich erhebliche Marktanteile in Europa und vor
allem auch in den USA. Dort produzierte ab 1959 die Seamless Rubber Co.,
Newhaven, Nemrod-Regler in Lizenz (Nemrod by Seamless). Sie wurde übrigens von der
Aqualung-Gruppe auch wegen Verletzung des C&G-Patentes verklagt, konnte das aber
ebenfalls abschmettern.
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Von 1966 bis 1981 übernahm
die deutsche Metzeler-Gruppe häppchenweise die Firma Nemrod - Metzeler, der auch an
Barakuda beteiligt war. Der Vertrieb von Nemrod-Reglern durch Barakuda war also nicht ganz
zufällig.
Ende der 80er Jahre wurde die Produktion ganz in die USA verlagert, noch bis 1997
baute man dort den Kompaktregler Snark III. Da damit auch die anderen
Wassersportartikel aus der Produktion genommen wurden, starb so die Marke Nemrod nach 52
Jahren.
Der bekannteste und am längsten produzierte Kompaktregler von Nemrod war der Snark
III, benannt nach dem Fabeltier Snark aus Lewis Carrolls Märchen ''Die Jagd nach
dem Snark" (1876).
Der Regler wurde in den 50er Jahren
von Eduardo Admetlla gemeinsam mit Juan Vilarrubís entwickelt und nahezu unverändert
fast 40 Jahre lang gebaut.
Ein Kenner zur
Geschichte von Nemrod |
| Northhill, Garret Corp. |
Die Garrett Corp. war der us-amerikanischer Hersteller der Northill-Automaten
Air-Lung (2-Schlauch) und Airmite (1-Schlauch).
1954 begann man für die Navy zu produzieren und ab 1955 auch für das Sportttauchen.
Die Firma, gegründet 1936, arbeitet hauptsächlich für die Luft- und Raumfahrt,
schluckte aber auch die Northill Company, die Marinetechnik baute.
Die Northill Air-Lung wurde seit 1956 hergestellt und war ein schwerer und solider Regler
mit integrierter Reserve und einem Mundstück, das man zwischen "Tauchen" und
"Oberfläche" umschalten konnte. Die Navy setzte ihn nur kurz ein, ging dann
aber wegen deren höherer Leistungsfähigkeit zu USD-Reglern über.
Nach mehrfachen Umstrukturierungen, Verkäufen,... stellen die Nachfolger von
Northill-Garret heute keine Tauchtechnik mehr her und arbeiten hauptsächlich für die
Raumfahrt. |
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| Polen |
In der VR Polen gab es nach Ende des II. Weltkrieges, bedingt durch
Kriegszerstörungen, Fachkräftemangel und fehlende Traditionen, noch schlechtere
Bedingungen für die Entwicklung von Tauchtechnik als in der DDR, aber eine ähnliche
Bedarfslage.
In den Feinmechanik-Werkstätten Gdansk (ZMP -
Zaklady Mechaniki Precyzyjnej Gdansk) wurden seit Anfang der 60er bis in die 80er Jahre
Kompaktregler gebaut, der MORS und der KAIMAN.
Sie wurden dann durch westeuropäische Einschlauchregler abgelöst. Heute scheint
es keine eigene Produktion mehr zu geben. |
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Der MORS wurde 1950 eingeführt und bei der Polizei
verwendet. Auch bei Marine und Feuerwehr wurden die Regler bis in die 80er Jahre genutzt.
Es waren sehr robuste Teile mit gewebebeschichteten Schläuchen und DIN-Anschluss. Es gab
Ausführungen in hochglänzendem und mattem Chrom.
Der KAJMAN wurde 1969 von Lech Suchy entwickelt, um den
zweistufigen MORS abzulösen. Er wurde dann für das Doppelgerät P22 produziert und auch
tiefer als 40 m eingesetzt. Für die militärische Nutzung gab es eine Ausführung mit
mattem Chrom, für die zivile eine hochglänzende. |
| Poseidon, Schweden |
Die 1958 gegründete schwedische Tauchtechnik-Firma POSEIDON AB (erst
unter dem Namen AQUA-SPORT) ist heute noch für ihre robusten und leistungsfähigen
(Einschlauch-)Regler bekannt, von denen der erste schon 1958 auf den Markt kam (Cyklone
Junior).
Zuvor hatte der Firmengründer Ingmar Elfström schon 1954 den Tauchklub Poseidon
gegründet und dort Einzelstücke von Kompaktreglern für seine Tauchkumpels gebastelt.
Aber auch in der Firma scheinen noch Zweischlaucher gebaut worden zu sein. Sie sind aber
sehr selten und von Sammlern begehrt. Selbst Bilder davon darf man hier nicht zeigen ;-)

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| Schick, BRD |
Die bundesdeutsche Fa. Schick scheint in den 60ern nur
wenige Jahre mit Kompaktreglern am Markt gewesen zu sein.
Sie produzierte die 2-Schlauch-Regler Safety Scuba und S.C.U.B.A., von
denen ich aber leider keine weiteren Informationen habe. |
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Siebe Gorman, Groß Britannien |
Neben La Spirotechnique und Dräger gehört die britische
Firma Siebe & Gorman Ltd. zu den europäischen Urgesteinen der
Tauchtechnik, aber ähnlich wie Dräger mit den Schwerpunkten professionelle Tauchtechnik
und Rüstung. Seit 1819 entwickelte der Exil-Sachse August Siebe (Gorman war sein
Schwiegersohn) in England den offenen Helmtauchanzug weiter und präsentierte 1838 einen geschlossenen
Helmtauchanzug. Diese Konstruktion wurde über Jahrzehnte in großen Stückzahlen
gefertigt und war bis in das 20. Jahrhundert hinein im Einsatz.
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In Zusammenarbeit mit Henry Fleuss, einem Offizier der englischen
Handelsmarine, entwickelte Siebe-Gorman das erste Sauerstoff-Kreislaufgerät.
Das war zunächst als Bergretter gedacht und funktionierte so unter Wasser genauso
wie in nicht atembarer Atmosphäre. Es wurde 1879 in einem Wassertank
und später im Meer bis 5,5 m Tiefe getestet.
1904 erhielt Siebe Gorman ein Patent für Oxylite, ein Gemisch,
das Sauerstoff abgibt, wenn es mit CO2 oder Wasser reagiert.
1905 entwickelte Robert Davis bei Siebe Gorman den "Davis-Tauchretter"
als Retter aus U-Booten.
1942 stellte SG das Salvus ANS Sauerstoffkreislaufgerät vor, das
den Atemsack auf dem Rücken hatte .
In den 50er Jahren wurden in Lizenz von La Spirotechnique auch Zweischlauchregler
für den Commonwealth produziert, aber nicht in bedarfsdeckender Stückzahl und preislich
kaum für den sportiven Bereich.
Nachdem SG 1962 Heinke übernommen hatte, vereinte man die Vorzüge beider Firmen
miteinander und entwickelte den berühmten Merlin Mark VI, der weltweit
vielgenutzt und auch 20 Jahre von der Royal Navy verwendet wurde.
Um 2000 verschwand SG nach mehreren Umfirmierungen und Verkäufen vom Markt. |
| La Spirotechnique, Frankreich |
Für die Entwicklung von Atemreglern für
Schwimmtaucher ist die französische Firma La Spirotechnique historisch wohl die weltweit
bedeutendste.
1946 von Mutter Air Liquide, die heute noch industrielle Gase vermarktet, nur zu
dem Zweck gegründet, den von Gagnan und Cousteau entwickelten zweistufigen
Kompaktregler CG45 herzustellen und zu verbreiten, hat die Firma innovativ weiter
Regler herausgebracht und stellt immer noch vielfältige Tauchtechnik her.
1958 löste der berühmteste, weil extrem einfache und robuste Regler "Mistral"
den aufwändigen CG45 ab. Mit diesem preiswerten Regler, der in nur einer Stufe
den Hochdruck der Flasche auf den Atemdruck runterregelt, ging es auch im
Sporttauchbereich sprunghaft vorwärts.
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Mit der
Version "Royal Mistral" wurde der Regler 1962 nochmal
verbessert, ein leichteres eleganteres Gehäuse, flexiblere Schläuche und ein Mundstück
mit Richtungsventilen. Später kamen noch ein Finimeteranschluss und eine
DIN-Anschlusswelle dazu.
Der Mistral war der weltweit verbreitetste Regler, wozu auch Cousteaus Filme beitrugen. Er
wurde von vielen anderen Herstellern in Lizenz produziert, u.a. auch von U.S. Divers, die
den großen Erfolg maßgeblich mit trugen.
Der Regler (produziert bis 1987) wurde sowohl von Sporttauchern als auch professionell und
beim Militär eingesetzt, von der Französischen Marine bis 1989.
2004 brachte Aqualung, Nachfolger(?) von La Spirotechnique, noch einmal einen
Zweischlauchregler aus modernen Komponenten heraus, der bei Nostalgikern nicht soviel,
aber bei Fotografen schon Anklang fand, vor allem, weil er mit seinen HD- und
MD-Anschlüssen besser in moderner Umgebung zu nutzen ist.
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Emile Gagnan
war der ingenieuse Geist hinter La Spirotechnique. Er entwickelte im II. Weltkrieg
in Frankreich Regler für Holzvergaser, um dem Mangel an Treibstoff abzuhelfen. Und er
erkannte die Homologie zu einem Regler für ein Tauchgerät als er mit Cousteau
zusammenkam. Dem Gasone, anderen Prototypen und selbst dem CG45 sieht man die Herkunft vom
industriellen Gasregler noch an. Aber der einstufige Mistral 14 Jahre später war einfach
neu und genial.
Der Mistral lebt von dem Venturi-System, das durch das Anatmen gestartet wird, dann
einen fast freien Luftstrom erzeugt, der erst durch den Rückstoß beim Beginn des
Ausatmens gestoppt wird. Dieses Prinzip bekam Gagnan schon 1955 patentiert, was anderen
Entwicklern das Leben etwas schwer machte. Es wurde von USD und La Spirotechnique auch in
weiteren Reglern eingesetzt, u.a. im JetAir, dem Mistral DW und dem Royal Mistral.
Gagnan reichte das aber
nicht. Er wollte unbedingt die tiefenunabhängige Luftlieferleistung des zweistufigen
Automaten mit dem geringen Atemwiderstand des Venturi-Systems im einstufigen Regler
verbinden. Das soll ihm 1957 mt dem Aqua-Master gelungen sein, was ich leider noch nicht
selbst nachprüfen konnte. |
| Sportsways, USA |
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| Submarine Products Inc., Groß Britannien |
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| Tauchtechnik, BRD |
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| UdSSR |
Der einstufige
Zweischlauchautomat UKRAINA |
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| U.S.Divers, USA |
U.S. Divers ist die Sporttauch-Firma des
Tauchtechnik-Herstellers Aqua Lung America aus Vista, Kalifornien, der mit Aqualung /
Spirotechnique verbunden ist, die wiederum von Air Liquide Frankreich gegründet wurde.
Die Gründung von USD (durch den Franzosen René Bussoz) geht auf die Einführung des CG45
in den USA zurück. Zunächst wurden die Produkte von La Spirotechnique hier vertrieben,
später entwickelte man modifizierte Versionen und eigene Produkte.
Mit Healthways, Voit/Swimaster und Dacor wurde USD zu einer der wichtigsten Firmen
für das Sporttauchen in den USA.
| Zur zeitlichen Einordnung der
Regler ist wieder mal die Adressangabe auf den Plaketten gut geeignet: Early Aqua-Lung Identification
Plates |
1953-56: 1045 Broxton Ave.
1956-59: 11201 West Pico Blvd. |
1960-61: 3323
West Delhi Rd.
1962- : 3323 West Warner Ave. |
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Der DA Aqua-Master wurde 1958-72 produziert
und war wohl der populärste Zweischlauchregler im USD-Programm (über eine Million
Stück).
Für militärische Anwendungen (Training für das Rebreather-Tauchen) wurde noch
bis nach 2001 ein Zweischlauchregler gefertigt (Mentor). |
Viking, USA
Christensen Tool |
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| Villy Arp, Dänemark |
Dieser wenig bekannte dänische Hersteller baute in den 60er Jahren
zunächst Zweischlauch- und dann auch Einschlauch- Regler, offensichtlich in relativ
geringen Stückzahlen. Über die Qualität ist (mir) nichts bekannt.
Die Regler sind heute rare Sammelobjekte und offensichtlich so begehrt, dass ein
dänischer Sammler selbst darüber vergnatzt war, dass hier Links auf Bilder seiner Regler
im Netz waren. Inzwischen hat er sogar die Bilder aus dem Netz genommen ;-).
Es soll ja auch Leute geben, die ihren Rembrandt in den Tresor legen, damit nur sie
sich daran befriedigen können....
Das hatte ich unter Tauchern nicht erwartet, naja, schade.
Free Villy! |
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| Voit,
USA |
Die Voit Rubber Co.
(gegründet um 1930) stellte in den 40er Jahren Gummiwaren, u.a. Flossen
und Masken für das Skindiving und Faltenschläuche, her und lieferte auch an
Spirotechnique/USD. Man begann dann etwa 1955 bei Voit, dieses Programm mit
USD-Reglern und deren Lizenzprodukten zu erweitern und baute schließlich auch eigene
Zweischlauch-Regler. Das waren die 50 Fathom (einstufig,
nach einem Patent von Gagnan) und später der Voit Trieste (zweistufig).
Ein Typ der 50 Fathom Regler, der VCR-5 Blue, stach auch dadurch aus
dem sonstigen Angebot heraus, dass das Gehäuse schon aus Plastik war. Der 50 Fathom
entspricht nicht dem Mistral. Der VCR-2 50 Fathom wurde von 1959-61 produziert und ist der
einzige einstufige Regler mit downstream push-pull lever-operated seat design (VCR-5
innerlich gleich). Er atmete sich also schwerer mit abnehmendem Flaschendruck. Dagegen war
der Mistral ein upstream Regler, der sich mit abnehmendem Druck leichter atmet.
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Vom 50 Fathom munkelt man, dass das Venturi-Rohr extra falsch
gerichtet wurde, damit sich dieser preiswerte einstufige Regler nicht besser atmete als
der zweistufige teure VR-2 Mariner (1956-1959, =USD DA Aqualung), den man noch loswerden
wollte.
Der R22 Trieste wurde von 1966 bis 1970
produziert. Er war auch ein innovatives Produkt mit integrierter Reserveschaltung, HD- und
MD-Port und gehört heute zu den gesuchtesten Sammelobjekten. Mit ihm begann auch bei Voit
der Übergang zu den Einschlauchreglern. Der Reglerkörper des R22 wurde lange noch als
erste Stufe des Einschlauchreglers R12 Titan genutzt (ab 1967 produziert).
Die Marken Voit, Swimaster und AMF wurden bei diesen Reglern etwas verwirrend eingesetzt,
da Voit zunächst 1950 Swimaster kaufte und später von AMF (American Machine &
Foundry Corp.) erworben wurde, die dann in den 70er Jahren z.B. auch Mares kauften. So
wurde z.B. der Voit MR2 erst der Swimaster MR2 und dann der Mares MR2. Die
Reglerproduktion ging nach Italien zu Mares. |
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